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HIV-Leitfaden - HIV-Infektion bei Kindern - Betreuung von HIV1-exponierten Neugeborenen - Nachsorge HIV1-exponierter Kinder
   
Einleitung
Grundlagen
Diagnostik
Vom Symptom zur Diagnose
Vorgehen bei diagnostizierter HIV-Infektion
Therapie
HIV-assoziierte Krankheitsbilder
HIV-assoziierte Neoplasien
HIV und Koinfektion
Organspezifische Erkrankungen
HIV-Infektion bei Kindern
Betreuung von HIV1-exponierten Neugeborenen
Adäquate Kreißsaalversorgung
Risikoadaptierte Prophylaxe zur Vermeidung der vertikalen HIV1-Transmission
Monitoring der kurzfristigen Nebenwirkungen
Nachsorge HIV1-exponierter Kinder
Ausschluss oder Diagnose der HIV1-Infektion
Behandlung von HIV1-positiven Kindern
Übersichtsliteratur
Wichtige Adressen
Rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der HIV Infektion
Adresssuche
Klinische Bilder




Der InternetAIDsdienst
von Dr. M. Hartmann und
der Hautklink der Universität Heidelberg




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Nachsorge der HIV1-exponierten Kinder auf Langzeitwirkungen der intrauterinen und postnatalen antiretroviralen Therapie

Da Retrovir® erst seit 1994 zur Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV1 eingesetzt wird, liegen inzwischen nur Daten über mittelfristige Nebenwirkungen (z.B. Carcinogenität) über einen Zeitraum von 14-18 Jahren vor. In den entsprechenden Studien ergaben sich keine Unterschiede zwischen Kindern, die mit Retrovir® therapiert wurden und solchen, die keine Transmissionsprophylaxe erhalten hatten.
Nur in einer französischen Untersuchung wurden bei 18 Kindern nach antiretroviraler Prophylaxe von Mutter und Kind mit Retrovir® (5 Kinder) und bei Prophylaxe mit Retrovir® + Epivir® (13 Kinder) eine mitochondriale Toxizität diagnostiziert. 
Eine daraufhin in den USA erfolgte Nachuntersuchung von Todesursachen von über 20.000 HIV1-exponierten Kindern mit und ohne antiretrovirale Prophylaxe konnte keine erhöhte Todesrate z.B. durch mitochondriale Toxizität entdecken. In einer weiteren Auswertung der HIV1-exponierten Kinder im Alter von 18 Monaten in Frankreich zeigten sich bei 12- von 2644 HIV1- und ART- (mind. 1 Medikament) exponierten Kindern nachweislich Mitochondropathien. Dies entspricht einer 18-Monats-Inzidenz 0,26%, die gegenüber der normalen 18-Monats-Inzidenz von 0,01% der Mitochondropathien in Frankreich deutlich erhöht ist.

Da inzwischen immer mehr HIV1-positive Frauen unter diversen antiretroviralen Kombinationstherapien schwanger werden, ist auch bei fehlendem Infektionsnachweis eine langjährige Nachsorge zur frühzeitigen Aufdeckung möglicher Spätschäden (z.B. Malignome) der intrauterinen und postnatalen Exposition gegenüber antiretroviralen Medikamenten indiziert.
Um langfristige Schäden erfassen zu können, ist eine möglichst lange Nachsorge der Kinder (z.B. alle 2 Jahre) unabdingbar.